
10.07 - 27.09.2026
Rosa Loy und Neo Rauch ECHOSammlung PERLMUTT
Die Ausstellung bietet einen repräsentativen Einblick in das Schaffen der Künstler aus zwei Jahrzehnten und wird in dieser Zusammenstellung zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.
Barlach Kunstmuseum Wedel

Neo Rauch, Zustrom, 2016. Öl auf Leinwand, 200 x 250 cm. Foto Uwe Walter, Berlin. © Neo Rauch, VG Bild-Kunst. Courtesy Neo Rauch, Galerie Eigen+Art Leipzig

Neo Rauch, Nach der Schicht, 2011. Öl auf Leinwand, 210 x 300 cm. Foto Uwe Walter, Berlin. © Neo Rauch, VG Bild-Kunst. Courtesy Neo Rauch, Galerie Eigen+Art Leipzig
Kaum ein Künstlerpaar in der Geschichte der bildenden Kunst verbindet Nähe und stilistische Eigenständigkeit so eindrucksvoll wie Rosa Loy und Neo Rauch. Obwohl beide seit Jahrzehnten gemeinsam leben und arbeiten, bleiben ihre Bildwelten unverwechselbar. Gerade aus dieser Spannung zwischen Nähe und Differenz entsteht die besondere Faszination dieser Ausstellung.
Rosa Loy, 1958 in Zwickau geboren, studierte zunächst Gartenbau, bevor sie an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig wechselte. Diese ungewöhnliche Biografie prägt ihr Werk bis heute. Die Natur erscheint darin nicht als Kulisse, sondern als symbolischer Resonanzraum menschlicher Erfahrung. Pflanzen, Gärten und organische Prozesse werden zu Trägern einer Bildsprache, die von Verwandlung, Wachstum, Zugewandtheit und der schöpferischen Kraft des Lebendigen erzählt.
Neo Rauch, 1960 in Leipzig geboren, wurde nach der Wiedervereinigung zum international bekanntesten Vertreter der Neuen Leipziger Schule. Seine Gemälde verbinden Elemente des Realismus mit Traumlogik, Erinnerung und Mythos. Arbeiterfiguren, Maschinen, historische Fragmente und rätselhafte Handlungen begegnen einander in Bildwelten, die sich eindeutigen Zuordnungen entziehen und gerade dadurch ihre besondere Wirkung entfalten.

Rosa Loy, Neo Rauch, Anlage, 2020. Öl und Kasein auf Leinwand, 40 x 50 cm. Foto Uwe Walter, Berlin. © Rosa Loy, Neo Rauch, VG Bild-Kunst. Courtesy Rosa Loy, Galerie Kleindienst Leipzig & Courtesy Neo Rauch, Galerie Eigen+Art Leipzig
Während Rauch häufig männlich codierte Räume der Geschichte und der Macht untersucht, richtet Loy ihren Blick auf weibliche Gemeinschaften. Im Zentrum ihrer Bilder stehen Frauenfiguren, die als selbstbestimmte Akteurinnen erscheinen. Sie entwerfen Gärten, vollziehen Rituale, pflegen Beziehungen und erschaffen eigene Ordnungen. Loy entwickelt keine feministischen Dekonstruktionen, sondern eine poetische Alternative: Ihre Frauen kämpfen nicht gegen die Welt. Sie erschaffen eine neue.
Rauchs Werke hingegen erscheinen wie Ausgrabungen eines kollektiven Gedächtnisses. Die DDR bleibt darin als atmosphärische Schicht präsent, ohne zum politischen Programm zu werden. Seine Figuren bauen, transportieren, beobachten und handeln, doch die Bedeutung ihres Tuns bleibt offen. Diese produktive Rätselhaftigkeit wurde zu einem wesentlichen Merkmal seiner internationalen Rezeption.
Trotz aller Unterschiede verbindet beide Künstler das Vertrauen auf die Möglichkeiten der Malerei. Während viele zeitgenössische Positionen auf Konzept, Analyse oder mediale Strategien setzen, behaupten Loy und Rauch die Kraft des Bildes selbst. Ihre Werke zeigen, dass Malerei auch im 21. Jahrhundert ein eigenständiges Medium der Erkenntnis ist.
Rosa Loy und Neo Rauch erscheinen als zwei Pole in einem gemeinsamen Kosmos: hier die weibliche, organische, verwandelnde Kraft, dort die historische, traumartige und erinnernde Energie. Zwischen beiden spannt sich ein Resonanzraum auf, in dem die Bilder einander antworten. Ihr Echo prägt eine der faszinierendsten Bildwelten der Gegenwartskunst.
Die Ausstellung zeigt über 50, zum Teil großformatige Werke aus der Privatsammlung PERLMUTT von Rosa Loy und Neo Rauch. Die Auswahl der Arbeiten bietet einen repräsentativen Einblick in das Schaffen der Künstler aus zwei Jahrzehnten und wird in dieser Zusammenstellung zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.

Rosa Loy, Kreisel, 1999. Kasein auf Leinwand, 190 x 110 cm. Foto Uwe Walter, Berlin. © Rosa Loy VG Bild-Kunst. Courtesy Rosa Loy, Galerie Kleindienst Leipzig

Neo Rauch, Taufe, 2008. Öl auf Leinwand, 50 x 30 cm. Foto Uwe Walter, Berlin. © Neo Rauch, VG Bild-Kunst. Courtesy Neo Rauch, Galerie Eigen+Art Leipzig

Rosa Loy, Besucher, 2013. Kasein auf Leinwand, 130 x 110 cm. Foto Uwe Walter, Berlin. © Rosa Loy VG Bild-Kunst. Courtesy Rosa Loy, Galerie Kleindienst Leipzig
Öffnungszeiten und Eintrittsreise:
Donnerstag bis Sonntag: 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Eintritt: 12,00 €, ermäßigt 10,00 €
Gruppen ab 10 Personen 10,00 € p. P.
Führungen nach Absprache für Gruppen bis max. 20 Personen gegen Gebühr zuzüglich zum ermäßigten Eintritt. Für Schulklassen gibt es unterschiedliche didaktische Angebote. Für den Besuch einer Gruppe können gesonderte Öffnungszeiten vereinbart werden.
Kontakt:
Barlach Kunstmuseum Wedel
Mühlenstraße 1
22880 Wedel, Deutschland
Tel: +49 (0)4103 918291
E-Mail: kontakt@ernst-barlach.de
Webseite: www.ernst-barlach.de
Anfahrt:
Das Museum besitzt keine eigenen Parkplätze.Parken in unmittelbarer Umgebung ist möglich. S-Bahn Linie S1 bis Wedel.
Gefördert vom Kreis Pinneberg und der Stadt Wedel.







